Kostenloser Versand nach D ab € 40,-
Schneller Versand
günstige Preise
Große Auswahl

Tipps: Gebisse und ihre Wirkungsweise

Tipps: Gebisse und ihre Wirkungsweise 

Jeder Reiter kennt es... Man kauft sich ein Pferd und vor dem ersten reiten stellt man sich die Frage: Welches Gebiss nehme ich? Da es ein sehr kompliziertes Thema ist, wird dieser Blog ziemlich lang werden. Ich gebe mein Bestes, um ihn so kurz und genau wie möglich zu halten!

Fangen wir mal mit der Ermittlung der Gebissgröße- und stärke an.

In der Regel kann man ganz einfach den sogenannten "2-Finger-Test" durchführen, um die Gebissstärke für das Pferd zu ermitteln. Zeige- und Mittelfinger werden an die Stelle gelegt, wo das Gebiss liegt. Fühlt man den Druck des Gaumens, empfiehlt sich die Größe 14-16mm, da ein noch dickeres Gebiss dementsprechend Druck auf den Gaumen des Pferdes ausüben würde, was sehr unangenehm für das Pferd wäre. Die Folge ist dann deutliches wehren des Pferdes gegen den Zügel.

Ist hingegen noch Platz über den zwei Fingern, so empfiehlt sich die Gebissstärke 16-18mm, da diese Stärken dicker und somit weicher sind. 

Die korrekte Gebissgröße bei normalen Wassertrensen ermittelt man, indem links und rechts am Pferdemaul nicht mehr als 0,5 cm Platz zwischen Maulwinkel und Gebissring sind. Bei Gebissen mit äußerlichen Begrenzung (D-Ring, Olivenkopftrense, Schenkeltrense...), solltet ihr immer eine, oder eine halbe Größe kleiner nehmen, um die entsprechende Wirkung der Begrenzung zu haben. Natürlich müsste man zum anprobieren erst ein Gebiss kaufen, es anlegen und ggf. wieder zurückschicken weil es nicht passt. Man kann sich aber auch vor ab z.B aus Pappe eine Schablone basteln. Diese findet ihr hier zum ausdrucken und zusammenbasteln der Firma Sprenger.

Gebissweitenmesser

Bild einfach in DIN A4 ausdrucken, auf Pappe kleben, ausschneiden, zusammenbasteln, fertig. 

 

Jetzt zähle ich euch die verschiedenen Materialien mit deren Eigenschaften auf. 

Edelstahl:

- Besteht aus einer Kombination aus Chrom, Eisen und Nickel

- Er ist geschmacksneutral und fördert somit die Kautätigkeit des Pferdes nicht 

- Er hat eine hohe Festigkeit 

 

Kupfer:

- Die meisten Gebisse bestehen nicht mehr zu 100% aus Kupfer, sondern enthalten billiges Aluminium 

- Kupfer an sich regt die Kautätigkeit der Pferde an, da es einen süßlichen Geschmack bekommt wenn es oxidiert

- In Verbindung mit Aluminium regt es die Kautätigkeit nicht besonders an 

 

Aurigan:

- Hat eine Zusammensetzung aus Kupfer, Silizium und Zink

- Regt durch das Kupfer die Kautätigkeit der Pferde an

- Geeignet für Pferde mit wenig Kautätigkeit und für Pferde mit Nickelallergie 

 

Sensogan:

- Besteht aus Kupfer, Mangan und Zink

- Regt die Kautätigkeit der Pferde stärker an als Aurigan

- Langlebiges Gebiss, da es einen geringen Kupfergehalt hat (Oxidationsprozess ist nicht so stark) 

- Für Pferde mit wenig Speichelfluss und Nickelallergie geeignet

 

Gummi/Kunststoff:

- Deutlich weicher im Maul als alle herkömmlichen Metalle

- Nicht geeignet für Pferde mit wenig Speichelfluss, da der "Radiergummi-Effekt" die Maulwinkel wundreiben kann

- Wenn Pferde mit dem Gebiss spielen, können sie die Gebisse leicht "knacken" 

 

Leder:

- Ist ein reines Naturprodukt 

- Wird von den Pferden gut angenommen

- Ist sehr pflegeintensiv (muss akribisch geölt und gereinigt werden)

- Hat eine geringe Haltbarkeit 

 

Nun komme ich im Einzelnen auf die verschiedenen Gebissarten und zeige euch Pro und Contra auf. Vorab sage ich gleich, dass mehr "Pro" nicht gleich heißt, dass es besser ist. Hier geht es mehr um die Informationen und um den Inhalt der Aufzählungen. 

 

Einfach gebrochene Gebisse

Pro : 

- Durch das Aufstellen des Mittelstückes bei Zügelanzug wird die Zungenmitte entlastet

- Besonders gut geeignet für Pferde mit einer breiten Lade, da die Druckverteilung auf beide Zungenränder verteilt wird und der spitze Winkel gering gehalten wird. Somit ist ein Kontakt mit dem Gaumen nicht möglich

 

Contra:

- Zu groß gewählt oder bei Pferden mit schmaler Lade, wird der "Nussknacker-Effekt" hervorgerufen und der Druck auf den Laden wird erhöht. Außerdem wird der Winkel spitzer und das Gebiss kann in den Gaumen drücken, was sehr unangenehm für das Pferd ist

- Die Schenkel sind baubedingt immer unterschiedlich lang (man sollte alle paar Wochen das Gebiss drehen)

947611_05d498da9cdcfa

 

Doppelt gebrochene Gebisse

Pro:

- Die Druckverteilung bei Zügelanzug wird auf einer größeren Fläche verteilt 

- Besonders geeignet für Pferde mit schmaler Lade, da durch die "anatomische" Form das Gebiss ruhig im Maul liegt und die Hilfen gut angenommen werden können 

- Die äußeren Gebissstücke sind immer gleich lang 

 

Contra:

- Zu groß gewählt oder bei Pferden mit breiter Lade werden unangenehme Druckpunkte  auf der Zunge verteilt oder es kann in den Gaumen drücken

947311_05d498da972303

 

D-Ring-Trense, Schenkeltrense und Olivenkopftrense

Pro:

- Durch die starren Ringe oder Schenkel werden die Hilfen direkt übertragen

- Durch die ruhige Lage im Maul wird das Aufscheuern der Maulwinkel verringert

- Gut geeignet für junge Pferde, um sie an die verwahrende Zügelhilfe zu gewöhnen und für Pferde die gern in den Wendungen ausbrechen 

Contra:

- Bei unruhiger, unerfahrener Reiterhand kommen die Hilfen direkt an und werden nicht abgebremst 

258005_M000_015d498da921634

6520416-12_015d498dade3f27

6520916-12_015d498f905f014

 

Stangengebisse

Pro:

- Durch die gerade Form wird ein gleichmäßiger Druck auf die Zunge und den Unterkiefer ausgeübt und die Laden, sowie die Zungenränder, bekommen weniger Druck

- Geeignet für starke, feste Pferde 

 

Contra:

- Sie haben eine sehr schwammige Übersetzung zum Maul, einseitige Zügelhilfen sind kaum möglich und Pferde mit Problemen bei Stellung und Biegung sind dafür somit nicht geeignet

- Nicht für Reiter, die ihr Pferd nicht ausreichend über Schenkel- und Gewichtshilfen reiten können 

6522613-10_15d498b96d0ea0

 

3-Ring-Trense, 4-Ring-Trense, Baucher-Gebiss

Pro:

- Die Druckverteilung erfolgt erst über Zunge, dann Unterkiefer und zum Schluss auf das Genick

- Geeignet für Pferde, die sich nach oben entziehen oder stark werden

- Man kann die Pferde langsam an den Druck auf dem Genick gewöhnen, indem man zuerst mit einem Zügel im obersten Ring reitet.

- Gut geeignet für Dressurpferde, die auf die Kandare vorbereitet werden 

 

Contra:

- Durch den hohen Druck und der Schärfe des Gebisses nicht für unerfahrene, unruhige Reiterhände geeignet

- Nicht geeignet für Pferde mit sensiblem Genick oder empfindlichem Maul 

Mit zwei Zügeln geritten erhöht sich der Schärfegrad des Gebisses!

3ring

 

251580_M000_015d498da76e9a3

6201812_15d498daa8990f

 

Pelham, Springkandare, Kandare

Pro:

- Die Druckpunkte werden auf 4 Punkte verteilt: Zunge, Unterkiefer, Genick und über die Kinnkette wieder Druck auf den Unterkiefer

- Gut geeignet für stürmische, starke und feste Pferde

- Durch die Stege liegt das Gebiss ruhig im Maul, ähnlich wie bei Schenkeltrense und Co. 

 

Contra:

- Durch den hohen Druck und der Schärfe des Gebisses nicht für unerfahrene, unruhige Reiterhände geeignet

- Nicht geeignet für Pferde mit sensiblem Genick oder empfindlichem Maul

- Die meisten Pferde brechen hinten den Sprung ab und halten sich fest, also machen den Sprung nicht zuende und die Hinterhand wird "klemmig"

Je größer die Anzüge und je fester die Kinnkette, desto schärfer wird das Gebiss! 

6521515-12_05d498ec9adca3

947812_05d498daa347d3

6518818-12_15d498dad2c65a

 

 

 

Hier mache ich jetzt eine kleine Unterbrechung. Dieser Blog wird aber laufend aktualisiert. Als nächstes komme ich zu den Spezialgebissen und deren Wirkung, sowie den erlaubten und nicht erlaubten Gebissen auf Reitturnieren. 

 

Bitte geben Sie die Zahlenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Passende Artikel
Pre Christmas Sale!
Pre Christmas Sale!
Pre Christmas Sale!
Pre Christmas Sale!
Pre Christmas Sale!
Pre Christmas Sale!
Pre Christmas Sale!
Pre Christmas Sale!
Pre Christmas Sale!
Pre Christmas Sale!
Pre Christmas Sale!